Mecklenburg-Vorpommern
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WEISSER RING half 2016 in Mecklenburg-Vorpommern 450 Kriminalitätsopfern

21.03.2017

Rund 450 Kriminalitätsopfern hat der WEISSE RING im letzten Jahr in Mecklenburg-Vorpommern geholfen, davon 278 auch finanziell. Darauf verweist der Landesvorsitzende Thomas Lenz anlässlich des Tages der Kriminalitätsopfer am 22. März.

Überwiegend handelt es sich bei den betreuten Menschen um Opfer von Körperverletzungs- und Sexualdelikten. „Besonders erschreckend ist, dass von den Opfern sexuellen Missbrauchs der weit überwiegende Teil zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war“, so Thomas Lenz. „Im letzten Jahr war jedes fünfte Opfer, dem wir geholfen haben, als Minderjähriger sexuell missbraucht worden. Besonders erschreckend ist, dass gar nicht Wenige davon zum Tatzeitpunkt noch im Kindergarten- und Grundschulalter waren.“ In den meisten Fällen sexuellen Missbrauchs, sowohl an Minderjährigen wie auch an Erwachsenen, komme der Täter aus dem familiären Umfeld.

In diesem Zusammenhang fordert der WEISSE RING eine bessere Schulung von Menschen, die beruflich mit Kriminalitätsopfern zu tun haben. „Ob bei Anwälten, bei Gerichten oder Behörden: Viele gehen auf wichtige Anliegen und Bedürfnisse der Opfer zu wenig ein, da sie sich nicht hinreichend in deren Lage hineinversetzen können. Jedoch gerade bei traumatisierten Missbrauchsopfern ist dies besonders wichtig“, so Thomas Lenz. Der WEISSE RING fordert daher, die Perspektive von Kriminalitätsopfern fest in die Lehrpläne zur Aus- und Weiterbildung dieser Berufsgruppen zu integrieren. „Es geht darum, das richtige Bewusstsein für die Situation von Opfern zu schaffen und so zu einem sensibleren Umgang mit ihnen beizutragen“, so Thomas Lenz. Der WEISSE RING gibt seine über 40-jährige Expertise in Sachen Opferhilfe und Opferrechte bereits an Externe weiter. So bietet die WEISSE RING Akademie für Berufsgruppen, die mit Opfern in Kontakt treten, spezielle Seminare und Schulungen an: zum Beispiel Seminare für Anwälte oder Polizisten und seit kurzen auch die Ausbildung zum Psychosozialen Prozessbegleiter.

Professionelle Aus- und Weiterbildung steht bei dem WEISSEN RING auch für die eigenen Mitarbeiter an erster Stelle. Lehrinhalte wie Opferrechte, Psychotraumatologie und Kommunikation gehören zur Grundausbildung eines jeden Mitarbeiters. „Die ehrenamtliche Mitarbeit im WEISSEN RING ist anspruchsvoll und kann auch durchaus belastend sein, da wir mit viel menschlichen Elend konfrontiert werden“, meint Lenz. „Jedoch gibt es jedem von uns auch das schöne Gefühl, anderen Menschen zu helfen.“

Aktuell sucht der WEISSE RING in vielen Außenstellen neue ehrenamtliche Mitarbeiter. „Wer beim WEISSEN RING mitarbeiten will, bedarf dafür keiner speziellen Berufsausbildung. Die Schulung erfolgt vereinsintern“, motiviert Lenz. „Wichtig sind menschliche Qualitäten wie Hilfsbereitschaft, Zuhören können, aber auch – und dies ist sehr wichtig - psychische Stabilität.“