Mecklenburg-Vorpommern
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Ein besonderes Jubiläum: Thomas Lenz seit 10 Jahren Landesvorsitzender des WEISSEN RINGS Mecklenburg-Vorpommern

12.02.2018

Thomas Lenz, Staatssekretär im Innenministerium, übernahm Anfang des Jahres 2008 die Amtsgeschäfte als ehrenamtlicher Landesvorsitzender des Opferhilfevereins WEISSER RING in Mecklenburg-Vorpommern. Der gebürtige Oldenburger lebt seit 1990 in Schwerin. Vor zehn Jahren trat er als Landesvorsitzender in die Fußstapfen des ehemaligen Landtagspräsidenten Hinrich Kuessner.

Ein Gespräch zu Bilanz und Ausblick:

Herr Lenz, wenn Sie auf die zehn Jahre zurück schauen, welche Bilanz ziehen Sie?

Thomas Lenz: In den letzten zehn Jahren konnten wir ca. 3.500 Opfern von Verbrechen  seelisch, moralisch und finanziell unterstützen. Knapp 1,3 Millionen Euro wurden dafür bereitgestellt. Unser Verdienst ist die Einführung des „Hilfeschecks für eine rechtsmedizinische Untersuchung“. Mit diesem Scheck übernimmt der WEISSE RING in vielen Bundesländern die Kosten für die  gerichtsfeste Untersuchung der Opfer nach einer Straftat. Die Idee hierzu kam auf einer Landestagung in Neubrandenburg auf.  In Mecklenburg-Vorpommern trägt inzwischen das Land die Kosten.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Thomas Lenz: Die Forderung des WEISSEN RINGS, dezentrale Traumaambulanzen für Opfer von Gewalt einzurichten, wurde umgesetzt. In unserem Land gibt es sechs dieser Einrichtungen für Erwachsene sowie fünf für Kinder und Jugendliche. Das ist ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann.

Außerdem wirbt der WEISSE RING mit ganzer Kraft für eine Kultur des Hinschauens und der Zivilcourage.  2011, zum 20. Jahrestag des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, gab es beispielsweise eine Aktion, bei der die Mitarbeiter in die Rolle von Opfern schlüpften, um vor dem Landtag und bei einem Umzug durch die Stadt auf die Nöte der Gewaltopfer aufmerksam zu machen.

Ich möchte auch auf den Präventionspreis,  der von der Außenstelle Rostock vergeben wird, hinweisen. Er unterstreicht den Stellenwert der Kriminalitätsprävention.

Wo sehen Sie für die Zukunft Handlungsbedarf?

Thomas Lenz: Die größte Herausforderung ist es, die dezentrale Organisation des Opferhilfevereins angesichts unseres Flächenlandes und der demografischen Entwicklung zu sichern und für Opfer von Verbrechen möglichst vor Ort zu sein. Engagierte Mitarbeiter werden gesucht!

Vielen Dank für das Gespräch!