Mecklenburg-Vorpommern
Menü

WEISSER RING zieht Bilanz

Pressegespräch mit der Landesvorsitzenden Uta-Maria Kuder. Foto: Grossert-Bebernitz

 

Rund 500 Kriminalitätsopfern hat der WEISSE RING 2018 in Mecklenburg-Vorpommern geholfen, davon 292 auch finanziell. Darauf verweist die Landesvorsitzende Uta-Maria Kuder anlässlich des Tages der Kriminalitätsopfer, der am 22. März stattfindet. Überwiegend handelt es sich dabei um Opfer von Sexual- und Körperverletzungsdelikten. „Erschreckend ist, dass viele Opfer sexuellen Missbrauchs zum Tatzeitpunkt noch Kinder oder Jugendliche waren“, so Uta-Maria Kuder. „Oft kamen die Täter hier aus dem familiären Umfeld.“ Auch bei den betreuten Opfern von körperlicher Gewalt kam der Täter häufig aus dem persönlichen Nahbereich, war oft der bisherige Partner. „Gewalt in den Familien ist leider nach wie vor ein sehr großes Thema bei unserer Opferarbeit“, so Uta-Maria Kuder. „Der Unterstützungsbedarf ist bei diesen Menschen besonders hoch. Denn während andere Kriminalitätsopfer nach der Tat größtenteils Unterstützung in ihren Familien finden, haben diese Menschen dort gerade das Gegenteil erlebt.“

Der große Hilfsbedarf schlägt sich auch in den höheren Leistungen nieder, die der WEISSE RING in Mecklenburg-Vorpommern für Opfer von Straftaten erbracht hat. So wurden diese Menschen 2018 mit 163.328 Euro finanziell unterstützt, rund 21.000 Euro mehr als im Vorjahr. „Dass wir dies leisten konnten, liegt auch an der höheren Unterstützung, die unser Opferschutzverein in letzter Zeit aus der Bevölkerung erfährt“, so Uta-Maria Kuder. „Da wir uns ausschließlich über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Erbschaften sowie Geldauflagen der Gerichte und Staatsanwaltschaften finanzieren, sind wir auf diese Unterstützung zwingend angewiesen, um Kriminalitätsopfern weiter helfen zu können. Hier konnten wir in letzter Zeit die erfreuliche Erfahrung machen, dass auch in Mecklenburg-Vorpommern die Spendenbereitschaft für unsere Opferarbeit deutlich gestiegen ist. Das macht es uns möglich, mehr für diese Menschen zu tun.“

Dem erhöhten Betreuungsaufwand des WEISSEN RINGS steht jedoch eine leicht rückläufige Anzahl von ehrenamtlichen Opferhelfern gegenüber. Aktuell hat der Verein in Mecklenburg-Vorpommern 112 Mitarbeiter, die in den 17 Außenstellen des Landes Kriminalitätsopfer betreuen. Daher sucht der Verein in vielen Außenstellen neue ehrenamtliche Mitarbeiter. „Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich in ihrer Freizeit für die Betroffenen zu engagieren. Wichtig sind menschliche Qualitäten, man sollte zuhören können, und psychisch stabil sein“, unterstreicht Uta-Maria Kuder. Eine spezielle berufliche Qualifikation ist nicht erforderlich. Die gründliche Ausbildung erfolgt vereinsintern.

Neben der Opferbetreuung engagiert sich der WEISSE RING auch im Bereich der Kriminalitätsvorbeugung. Schwerpunkt wird hier 2019 die Unterstützung von Senioren sein. Unter dem Titel „Ohne Furcht im Alter - damit Sie nicht Opfer werden“ bietet er jetzt Materialien an, um ältere Menschen bedarfsgerecht unterstützen zu können. „Ziel ist es, durch Informationen und konkrete Verhaltenstipps Ängsten von Senioren entgegenzuwirken und so ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Sie sollen befähigt werden, Enkeltrickbetrüger, Diebe, falsche Polizisten und weitere Gefahrenquellen zu erkennen, um nicht zu Opfern von Kriminellen werden“, so Uta-Maria Kuder.

Die Materialien können kostenlos in den Außenstellen des WEISSEN RINGS bestellt werden oder im Landesbüro, Tel.: 0385 5007660, email: lbmeckpom@weisser-ring.de.